Seit 1989 gibt es sie, die „Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen e.V“ (FOGE).
Sie ist ein Verein, der im Kreis Ludwigsburg verortet ist und basierend auf privater Initiative im Rahmen ihres Steinkauzprojekts den Steinkauz vor dem Aussterben in unserer Region bewahrt hat. Aus den acht Brutpaaren, die der Landkreis im Jahr 1989 gerade noch aufwies, sind inzwischen rund 350 geworden, die größte Population in ganz Baden-Württemberg. Wie sie das geschafft hat? Mit inzwischen über 1000 Brutröhren, verteilt auf Streuobstwiesen im ganzen Landkreis.
Diese werden vom Verein inzwischen selbst hergestellt, sind mit Marderschutz und Gittern rechts und links des Eingangs versehen, um die außensitzenden Jungsteinkäuze vor Greifvögeln zu schützen. Dabei ist nur ein Teil der Röhren tatsächlich bewohnt, jedoch wandern Steinkäuze oft in Ausweichröhren ab, wenn sie gestört werden. Was tut sich aber in einer solchen Röhre?
Roland Rapp vom Verein FOGE war am vergangenen Mittwochabend auf Einladung des BUND Marbach-Bottwartal zu Gast im Treffpunkt Q in Marbach, um Bilder zu zeigen, die er drei Jahre lang mit einer Wildtierkamera im Umfeld einer Steinkauzbrutröhre aufgenommen hat. Dabei gab es Erstaunliches zu sehen: Nicht nur die putzigen Jungvögel in verschiedenen Entwicklungsstadien, sondern auch Räuber auf der Suche nach Futter. Wie zu vermuten darunter Steinmarder, Greifvögel und größere Eulenarten wie Waldkauz und Schleiereule, aber überraschenderweise auch ein Fuchs, der es geschafft hatte, in über zwei Meter Höhe zu gelangen, wo die Röhre auf einem dicken Ast befestigt war. Ihm gelang es wohl letztlich auch, einen Jungvogel zu erbeuten.
FOGE überwacht und pflegt nicht nur die zahlreichen Niströhren, sondern beringt auch jedes Jahr im Mai die Jungvögel, rund 650 im vergangenen Jahr. Die ornithologischen Daten werden an die Vogelwarte Radolfzell gemeldet. Zweimal, in den Jahren 2001-2004 und 2010 bis 2014, konnten die Aktiven dank Fördermitteln eine Besenderung von Steinkäuzen durchführen, die wissenschaftliche Daten zum Abwanderungsverhalten der Vögel nach dem Ausfliegen lieferten mit einem ebenfalls erstaunlichen Befund: Ein Vogel hatte es sogar bis nach Freiburg geschafft.